Fahrradtour entlang der Ems        Mo 4.6. bis Di 12.6.2012

            Teilnehmer: Hermann, Erhard, Walli und Gerd, Christel, Wolfgang, Barbara

 

Am Montag trafen wir uns fröhlich am Hauptbahnhof „unterm Schwanz“, machten schnell noch das übliche Gruppenfoto, und los ging’s um 9.21h mit dem RE nach Norddeich-Mole. Nach 4 Stunden erreichten wir um 13.30 h die Nordseeküste und, nachdem die Gepäcktaschen montiert waren, fuhren wir auf oder unterhalb des Deiches nach Greetsiel. Der Weg war im wahrsten Sinne des Wortes „beschissen“, denn überall liefen Schafe umher. In dem zauberhaften kleinen Ort Greetsiel fanden wir ein kleines Café, in welchem wir uns natürlich erstmal mit Kaffee, Ostfriesentee und herrlich schmeckendem Kuchen stärken mussten.

GreetsielMit Rückenwind radelten wir weiter nach Emden und waren gegen 18 h dort. Hier in Emden mündet die Ems in den Dollart. Im Gästehaus „Gazelle“ (gegenüber in dem dazugehörenden 4-Sterne Hotel Faldernpoort) waren für uns Zimmer reserviert. Ca. 45 Min. später waren wir bereits wieder unterwegs und erkundeten zu Fuß die Sehenswürdigkeiten von Emden wie z. B. den Innenhafen, Drehbrücke Am roten Siel, Rathaus, Otto-Waalke-Museum. Der Hunger führte uns zum „König am Rathaus“, wo fast alle Matjes aßen. Barbara bestellte später ein kleines Alsterwasser und bekam ein Glas, was nicht viel größer als ein Schnapsglas war. Die Bedienung beobachtete uns und hatte ihren Spaß dabei.

Zurück in unserer Unterkunft ließen wir den Abend mit einem Friesengeist ausklingen. Der hochprozentige Schnaps wurde angezündet und die Bedienung sprach dazu den Spruch: Wie ihr Licht im Moor, flackert empor, lösch aus, trink aus, genieße leise auf echte Friesenweise, dem Friesen zur Ehr, vom Friesengeist mehr!                                                      48,5 km

 


Dienstag, 5.6.12

Nach einem guten Frühstück fuhren wir ohne Gepäck zur Kunsthalle Emden. Herz des Museumsbestandes sind die Sammlungen des Gründers Henri Nannen mit Werken des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit sowie die des Galeristen Leo van De Loo mit vielen Meisterwerken der Moderne. Beeindruckend war auch „Passage 2011 –Ein transalpines Drama“, welches durch Ton und bewegte Bilder dargestellt war. Die Künstler W. Aichner und T. Huber haben aus eigener Kraft ein selbstgebautes Boot über die Zillertaler Alpen nach Italien gezogen.

KesselschleuseNach dem 2-stündigen Museumsbesuch saßen wir im Sonnenschein bei Kaffee und Kuchen. Anschließend holten wir unser Gepäck vom Hotel und starteten die Tour um 13 h. Zuerst fuhren wir auf der noch heute erhaltenen Wallanlage mit 10 Zwingern, die zum Schutz der Stadt nach 1595 erbaut wurde. Dann erreichten wir die Kesselschleuse, die einzige Vierkammerschleuse Europas. Die 1885 erbaute, nun voll elektronisch arbeitende Schleuse verbindet vier Kanäle unterschiedlicher Wasserstände miteinander. Die Schleuse regelt aber nicht nur den Schiffsverkehr, sondern ebenfalls den Wasserstand des Ems-Jade-Kanals, der ohne Entwässerungsfunktion der Schleuse überlaufen würde.

Nach wenigen Kilometern erreichten wir Petkum, wo wir uns mit der Fähre über die Ems nach Ditzum schippern ließen. Direkt am Ditzumer Hafen gab es frische Fischbrötchen, die wir mit Hochgenuß in der Sonne sitzend verspeisten. Von hier aus konnte man in der Ferne das Emssperrwerk sehen. Während der Weiterfahrt kamen wir an Baustellen vorbei und wir konnten lesen, dass hier ein Gasspeicherwerk (Kavernen) gebaut werden.

Museumshafen LeerAm Nachmittag erreichten wir die alte Seemanns- und Handelsstadt Leer, wo wir heute in der Jugendherberge übernachten wollten. Nach dem Einchecken marschierten wir gleich wieder los in Richtung Stadt. Im sehenswerten Museumshafen lagen viele historische Schiffe, auf dem Weg Richtung Innenstadt kamen wir an dem Waage-Gebäude (diente bis 1946 zum Wiegen) und am Rathaus vorbei. Nach längerem Suchen fanden wir endlich einen „Chinesen“, wo wir ein sehr gut schmeckendes Essen serviert bekamen. Zurück in der DJH organisierte Hermann 2 Flaschen Rotwein, die wir im Aufenthaltsraum tranken. Dazu gab es Chips, Schokolade und Cranberries.

Heute hatten wir viel Rückenwind, Sonne und ca. 22°                                                      40 km

 


Mittwoch, 6.6.12

Nach einem sehr guten Frühstück vom Büffet starteten wir um 9.20 h bei leichtem Nieselregen. Unterhalb des Deiches fuhren wir entlang, oft mussten wir rollende Viehroste überqueren, bis wir in Weener ankamen. Dies ist ein ostfriesisches Hafenstädtchen mit historischem Altstadtkern und Altem Hafen mit z. T. hist. Schiffen. In der Nähe von Weener befindet sich eine Eisenbahnklappbrücke, die mit 335,4 m die längste Brücke ihrer Art in Deutschland ist.

Als wir nach 39 km in der Innenstadt von Papenburg ankamen (es regnete jetzt heftiger), kaufte Hermann die Eintrittskarten für die Meyer-Werft (auf einem Schiff). Papenburg ist mit über 375 Jahren die älteste und mit 40 km längste Fehnkolonie Deutschlands. Besonders erwähnenswert sind die meist weißen malerischen Klapp- und Drehbrücken.

Wegen des Regens suchten wir das nächste Lokal auf und aßen eine Kleinigkeit. Hermann bestellte sich Nudeln mit Pilzen, serviert wurden ihm Nudeln mit Käse und Pilzen. Da Gerd von Hermanns Aversion gegen Käse weiß, entschloss er sich ganz schnell, seine Gulasch-suppe mit ihm zu tauschen. So war der Tag wieder gerettet.

Es regnete immer noch, als wir zum Bus gingen, der uns um 13.20 h zur Meyer-Werft fuhr. Die anschließende Führung war hochinteressant und informativ und alle waren sehr beeindruckt. Uns wurde erzählt, dass der Werft-Gründer früher Janssen hieß und in Papenburg Arbeit suchte. Da es aber schon so viele Janssen gab, musste er seinen Namen ändern in Meyer. Die Meyer-Werft existiert bereits in der 7. Generation (gegründet 1795 als Holzschiffswerft). In der Werft liegen immer 2 Schiffe nebeneinander und werden gleichzeitig gebaut. Die Halle dafür ist 7 x so groß, wie der Papenburger Kirchturm hoch ist. Wir konnten durch eine Glasscheibe den Bau eines Kreuzfahrtschiffes sehen.

Nach 2 Stunden stiegen wir wieder in den Bus, der uns in die Innenstadt brachte. Nachdem wir unsere Fahrräder aus dem verschlossenen Fahrradschuppen geholt hatten, fuhren wir ca. 15 Minuten bis zum Sporthotel, Papenburg-Obenende, unserem heutigem Quartier. Nach 1 Stunde Verschnaufpause gingen wir um 18.30 h zu Fuß los, um ein Speiselokal zu finden. Gelandet sind wir bei einem Italiener, der mittwochs „Pizza-Tag“ hat und Pizzen dann nur die Hälfte kosten. Als wir das Lokal verließen, hatte es aufgehört zu regnen.                       39 km

 

Donnerstag, 7.6.12

Nach dem Frühstück kauften wir in Papenburg noch verschiedene lebensnotwendige Dinge im Supermarkt ein. Während der Fahrt gründeten wir einen Fahrrad-Reparatur-Service-Verein, genannt „Grüner Engel“, Gewerkschaft FC Pumpe Papenburg! Um 10 h ließ sich endlich auch die Sonne wieder blicken. In Heede gab es die 1.000-jährige Eiche zu besichtigen und entlang an vielen Kanälen erreichten wir den Yachthafen Lathen, wo wir Mittagspause machen. Um einen dicken Baum waren ein Tisch und Bänke gebaut und an diesem idyllischen Rastplatz hatte man einen tollen Blick auf den kleinen Hafen.

Die erste „Panne“ hatte Walli, aber 4 tatkräftige Männer waren sofort zur Stelle. Die Kette war abgesprungen und ließ sich erst nach längerem Hantieren wieder in Ordnung bringen. In Haren stärkten wir uns mit Kaffee und Kuchen (vor einer Bäckerei) und das Team Hermann und Erhardt organisierten das nächste Quartier in Meppen. Auf dem Weg dorthin machten wir noch eine Trinkpause beim „Borkener Paradies“, wir fuhren immer wieder mal am Dortmund-Ems-Kanal entlang und erreichten schließlich Meppen. Hier fließt die Hase in die Ems; die Höltingmühle (Holländerwindmühle) liegt malerisch auf einer Landzunge an der Hase. Besonders sehenswert ist das historische Rathaus (1408). Um 17 h waren wir bei unserem Quartier = Jugendgästehaus. Um 18 h fuhren wir die 3 km zurück in die Innenstadt und nach einem Mini-Spaziergang durch die Fußgängerzone konnten wir uns darauf einigen, beim Griechen einzukehren. Erhardts Fisch war ziemlich angebrannt und als Entschädigung dafür bekamen alle einen Ouzo vom Wirt spendiert.  -  Zurück im Jugendgästehaus tranken wir noch eine Flasche Rotwein. Aus dem Nebenraum hörte man flotte Musik und eine Gruppe Behinderter tanzte dazu mit großer Freude.
(Erhard hat sich heute ein neues USB-Kabel gekauft, weil das alte plötzlich nicht mehr da war. Später fand es sich auf unerklärliche Weise doch wieder ein!)                           79 km

 

Freitag, 8.6.12

Nach einem guten Frühstück holten wir unsere Räder aus dem sehr vollen Fahrrad-Abstellraum und um 9.20 h starteten wir bei sehr viel Gegenwind. Unsere erste Station war das Emsland-Moormuseum in Groß Hesepe. Hier haben wir viel über die Tradition und Lebensbedingungen im Moor erfahren, außerdem fuhren wir 20 Min. mit einem Bähnchen durch das Gelände. Eigentlich wollten wir hier Buchweizen-Pfannkuchen essen, aber vor uns war eine Gruppe mit 74 Personen und wir hätten zu lange warten müssen. Wir begnügten uns mit einem Kaffee und aßen dazu unser Brot. Um 13 h ging’s weiter und am Geester See mit ca. 50 ha Feuchtbiotop konnten wir uns wegen des starken Windes kaum auf den Beinen halten. Der See wurde 1987 gebaut und dient als Kühlwasserbecken für das 12 km entfernte AKW. Das Wasser wird dem Dortmund-Ems-Kanal entnommen und bei Bedarf zurück-geführt. In Lingen gingen wir zu Fuß durch die Fußgängerzone, fotografierten den Brunnen mit den skurrilen Figuren, lauschten dem Glockenspiel am Alten Rathaus und gingen ins Café auf dem Marktplatz. Wir saßen kaum, da fing es an zu schütten, aber die Markise war zum Glück wasserdicht. Hermann hat von hier aus wieder telefonisch ein Quartier reserviert. Nach ca. 22 km erreichten wir Emsbüren, Landgasthof Evering. Christel und Barbara hatten ein Luxus-Appartement in der obersten Etage, die anderen kamen in einer Ferienwohnung unter, die auch sehr schön war. Nach dem ausgezeichneten Essen machten wir noch einen kleinen Rundgang durch den Ort und tranken dann in der Ferienwohnung von W, E, G, W, H den unterwegs gekauften Rotwein. Dazu gab es wieder Chips und Pistazien.                               68 km

 

Samstag, 9.6.12

Nachdem das Toilettenproblem gelöst war (5 Pers. und nur 1 Toilette), starteten wir bei starkem Gegenwind und gefühlten 12 Grad. Nach ca. 2 Std. waren wir kurz vor Rheine am Schloß Bentlage und der Saline Gottesgabe. Hermann wollte hier einen Beutel mit Salz kaufen, aber es war alles geschlossen. Die Saline Gottesgabe ist die älteste Salinenanlage Westfalens mit Salzsiedehaus und Gradierwerk. In Rheine auf dem Wochenmarkt mussten Walli und Christel unbedingt Käse kaufen, weil dazu eine kleine Kühltasche anlässlich des 35jähr. Marktjubiläums verschenkt wurde. In der Kirche nebenan sollte eine Hochzeit stattfinden und einige Damen in Stöckelschuhen hatten auf dem Kopfsteinpflaster arge Probleme.  -  Die Mittagspause legten wir heute in Emsdetten auf einem kleinen mit Kamille bepflanzten Hügel ein.

Einige km vor Greven liegt das archäologische Freilichtmuseum „Sachsenhof Pentrup“, die Rekonstruktion einer 1200 Jahre alten frühmittelalterlichen sächsischen Hofanlage mit Anbauversuchen von Kulturpflanzen und Ackerwildkräutern aus jener Zeit. Besichtigen konnten wir das Haupthaus mit Wohn- und Stallhaus, das Grubenhaus, welches die Sachsen als Handwerkshäuser nutzten und 1 m eingetieft sind, Heuberge (Vorratsläger für Heu und Getreide mit senkrecht verschiebbaren Dächern), Töpferofen und Rennofen.

Um 16.30 h sind wir in Greven angekommen und nach einigen Überlegungen auch dort geblieben. Beim nächsten auf dem Weg gelegenen Hotel hielten wir an, fragten, ob noch Zimmer frei sind. Das Hotel Hoeker Hof hatte im denkmalgeschützten Haus noch Zimmer frei und wir blieben. Um 18.30 h machten wir einen kleinen Rundgang durch den Ort und entschieden uns für ein italienisches Lokal. Nach dem Essen waren für Hermann, Christel und Wolfgang die Kneipe angesagt, um die Live-Übertragung des Fußballspiels Deutschland gegen Portugal anzusehen. Erhardt, Walli, Gerd und Barbara machten sich auf den Weg zur „Tanke“, um Sprit zu besorgen. Wir wurden fündig, gingen zu unserem Hotel, setzten uns in die gediegene Diele und ließen uns den Wein schmecken. Irgendwann kamen 3 junge Männer, die auch in dem Hotel wohnen, freudestrahlend nach dem Fußballspiel zurück. Deutschland hatte gewonnen?! Unsere 3 Leute waren aus uns unerklärlichen Gründen nicht so fröhlich.

Gefühlte Temperatur abends 18°, etwas Regen, starker Rückenwind                              62 km

 

Sonntag, 10.6.12

Der Übernachtungspreis in diesem Hotel war sehr hoch, aber dafür gab es auch ein tolles Frühstück. Wie immer um 9 Uhr, egal wie spät es ist, fuhren wir um 9.30 h los. Ca. 15 km nach Greven war unsere erste Station der alte und der neue Dortmund-Ems-Kanal über die Ems. In dem Wallfahrtsort Telgte machten wir eine kleine Pause und schauten uns die Pfarr-und Probsteikirche St. Clemens (um 1522) an, die Barocke Gnadenkapelle (achteckiger Turm mit grünem Kupferdach), jährlich pilgern bis zu 100.000 Menschen zur „Schmerzhaften Mutter“ von Telgte, eine aus Pappelholz geschnitzte Pietà, die bereits seit dem 15. Jh. verehrt wird.

Mittagspause machten wir beim Aussichtspunkt in den renaturierten Emsauen. Hier wird die begradigte Ems wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt.

Nach der Kaffeepause in Warendorf schauten wir uns das Nordrhein-Westfälische Landesgestüt an. In der historischen Altstadt gibt es mehr als 600 Denkmäler  und den historischen Marktplatz mit alten Giebelhäusern aus dem 16. Jh.

In Geffel kann man das Motorradmuseum besichtigen. Die Eigentümerin, eine sehr engagierte Frau, führte uns durch die Räumlichkeiten und sie zeigte uns u. a. das erste Dreirad-Motorrad um 1896, Hochräder, ein Motorrad, welches als Beleuchtung eine Kerze hat. Außerdem gibt es eine Puppenausstellung und Trecker zu sehen.

Um 17.30 h waren wir in Harsewinkel, Haus Bergmann, das heutige Quartier. Um 18.30 h trafen wir uns zum Abendessen, es gab u.a. Westf. Matjes, Schnitzel, Altbierbowle mit Erdbeeren. Nach dem köstlichen Abendessen mussten wir uns noch die Beine vertreten und bummelten durch den Ort. Im Hotel nahmen wir noch einen Schlummertrunk, der Wirt stellte sich an unseren Tisch und erzählte uns, dass viele Gäste bei ihm übernachten, die im nahe gelegenen CLAAS-Werk arbeiten, wo die weltweit vertriebenen landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte hergestellt werden, wie z. B. Mähdrescher - alle in der typisch hell-grünen Farbe. Außerdem erzählte er uns noch ein wenig Klatsch und Tratsch auf dem Ort

und der Tag wurde auf diese Weise sehr nett beschlossen.

Temp. ca. 22°, viel Sonne, dicke weiße Wolken, fast nur Rückenwind                           75 km

 

Montag, 11.6.12

Um ½ 10 h starteten wir und erreichten nach kurzer Fahrt in Marienfeld die Abteikirche (1185) des ehem. Zisterzienserklosters. Sie stammt aus der Zeit der Spätromanik und ist 1222 geweiht. Weiterfahrt nach Rheda-Wiedenbrück. Diese beiden Städte wurden 1970 vereinigt. Während in Wiedenbrück die sogen. Fachwerk-Ackerhäuser überwiegen, das älteste erhaltene stammt aus dem Jahr 1468, ist Rheda von unterschiedlichsten Baustilen geprägt. Besonders sticht hier das Wasserschloss (12. Jh.) der Familie Bentheim-Tecklenburg hervor; es finden auch Open-air-Konzerte im Park statt. Unsere nächste Station war Wiedenbrück, wo wir Mittagspause in dem Flora-Westfalica-Park (ein Natur- und Erholungspark) machten. Hier fand 1988 die Landesgartenschau statt. Im Ort selbst stehen von einem Künstler geschaffene Figuren in Form von etwas überdimensionierten Menschen in verschiedenen Lebenssituationen, die uns allen sehr gefallen haben.

Im 12 km entfernten historischen Rietberg gönnten wir uns in einem 4-Sterne Hotel Kaffee und Kuchen z. B. Feuerwehrtorte (auf der Terrasse/direkt an der Ems).

Petrus hatte sich heute von seiner besten Seite gezeigt, aber gegen 16 h ließ er es doch etwas tröpfeln. An einem Aussichtsturm beschlossen wir, nicht mehr allzu weit zu fahren und landeten schließlich in Hövelhof/OT Riege, Gasthaus Spieker, einige Kilometer vor der Emsquelle. Da heute Montag ist, hat das Hotel u. Restaurant geschlossen, aber für uns wurde trotzdem geöffnet. Abendessen bekamen wir hier allerdings nicht, es wurde uns der 3 km entfernte „Pferdestall“ empfohlen. Voller Erwartung erreichten wir das Restaurant um 18 h. Die Bedienung/Inhaberin hatte wohl heute ihren schlechten Tag, dafür war das Essen umso besser. Allerdings nicht unsere Preisklasse! Zurück im Hotel wartete schon der Senior-Chef auf uns, beleuchtete den Gastraum und servierte eine Flasche Wein. Nachdem die eine Flasche leer war, schmuggelte Walli den unterwegs gekauften Wein und Knabbergebäck herein. Eine Stunde später wollte der Wirt Feierabend machen und wir verzogen uns noch für das letzte Schlückchen auf den Balkon von Walli und Gerd. Ein schöner Abschiedsabend, denn morgen fahren wir nur noch das kleine Stückchen zur Ems-Quelle und dann zum Bahnhof nach Paderborn.                                                                  Heutige km: 65

 

Dienstag, 12.6.12

Nach einem sehr guten Frühstück starteten wir um 9.15 h bei bedecktem Himmel die Fahrt zur Quelle. Dort angekommen, fing es an zu regnen. Eine Kindergartengruppe war ebenfalls da, aber sie waren trotz des Regens fröhlich, wir waren es auch ein wenig. Die Quelle sprudelt nicht, sondern das Wasser kommt kaum wahrnehmbar aus dem Boden hervor.

Wir fuhren bei heftiger gewordenem Regen weiter und gelangten an ein Häuschen mit vielen interessanten Informationen zur Ems. Wir hielten uns dort eine Weile auf, auch weil wir hofften, dass es bald aufhören würde zu regnen. Aber das tat es nicht und wir mussten alles anziehen, was man bei einer Fahrt im Regen braucht, auch Gamaschen. So verkleidet führte uns der Weg nach Schloss Neuhaus (dann endlich hatte es aufgehört zu regnen). Das Schloss ist ein im Weser-Renaissancestil erbautes Wasserschloss und der Barockgarten wurde nach Originalplänen aus dem 18. Jh. wieder angelegt. Heute befindet sich im Schloss ein Gymnasium.

Weiter ging’s ca. 6 km nach Paderborn, in die 145.000 Einwohner zählende Universitätsstadt. Unsere Ems-Radtour beendeten wir mit einem kleinen Rundgang durch die Innenstadt mit dem Dom (13.Jh.) und dem eindrucksvollen Rathaus, tranken noch gemeinsam einen Kaffee und dann verabschiedeten wir uns von Erhard und Hermann. Die beiden wollten von hier aus noch mit dem Fahrrad nach Hannover fahren, was sie auch in 2 Tagen schafften. Die anderen begaben sich zum Bahnhof und fuhren mit der S-Bahn nach Hannover.

 

Dieses war wieder eine sehr schöne Fahrradtour mit vielen netten Erlebnissen und ich danke vor allen Dingen Hermann, der, wie jedes Jahr, alles hervorragend organisiert hat.